Mein Schaumerlebnis (oder: Die neue Dämmung!)

Seit wir uns entschlossen haben ein Komplettrefit zu machen, stellte sich mir die Frage, welche Dämmung ich denn nehmen sollte. In der engeren Auswahl war u.a. das selbstklebende Armaflex. Die Hinweise von Anton Luft mit Steinwolle habe ich schnell wieder verworfen. Durch einen Tip vom ansässigen Yachtservice in Monnickendam (De Waterman Yachtservice) bin ich schließlich auf Froth-Pak gestoßen.

Froth Pak ist ein Poly-Urethan Schaum, der innerhalb einer Minute aushärtet und hervorragende Wärme- und Schalldämmwerte hat.

Nach einiger Recherche habe ich Kontakt mit der Firma ClearoPAG aufgenommen, die mir freundlicherweise ein Testset zur Verfügung gestellt hat, dass ich auch umgehend ausprobiert habe:

Mein Testbereich vorher:

und hinterher:

Noch etwas ungelenk, aber die Lernkurve ist steil. Vor allem: Erstmal die Ecken schäumen und dann  mit der Flächendüse die Fläche!

Erkenntnisgewinn: Das Zeug wird es. In 2-3 Wochen will ich soweit sein, dass ich dämmen kann. Mit dem Schaum wird der zeitliche Aufwand deutlich geringer als mit dem genauen Zuschneiden von Plattenmaterial.
Der Schaum nimmt keine Flüssigkeit auf und ist geschlossenporig, kann mit einem Messer geschnitten werden und wird bretthart!

Sobald die Blindhölzer eingebracht sind, werde ich eine größere Einheit bestellen und loslegen. Für das reine Schäumen und evt. Nacharbeiten rechne ich mit 2 Tagen!!!

Ab April bis Anfang Juni werde ich nun wochentags Vollzeit an der Leviathan arbeiten. Mal sehen, wo wir Ende Mai stehen!

Als wenn nichts gewesen wäre…

Es war Sommer und es ist leider wenig passiert an der Leviathan….

BIS JETZT!!!

Zugegeben, ich war etwas faul und habe mich um ein anderes Boot gekümmert und war auch noch zweimal segeln…. Aber dieses Segeln hat mir wieder richtigen Schub gegeben: Leviathan soll nächstes Jahr wieder schwimmen! Und segeln!!!!

Nach der Fertigstellung des Probeausbaus habe ich alles vermessen und dokumentiert sowie die Abnahme der Miteignerin 🙂 eingeholt. Das neue Layout wird übernommen!
D.h. die Vorschiffkoje wird größer, vor der Koje wird ein Schrank und die Schaltzentrale (evt. mit Navitisch) entstehen, die Nasszelle wandert auf die Backbordseite neben den Niedergang und die Pantry auf die Steuerbordseite. Ein Fäkalientank wird vorgesehen und eine Kühlbox ebenso.

Bevor nun der Ausbau starten kann, muss einiges vorbereitet werden:

  • Die alten Seeventildurchlässe müssen zugeschweißt werden.
  • Neue Seeventile müssen gesetzt werden.
  • U-Bügel an Deck (für 2. Vorstag, Großschot etc.) sollen angeschweißt werden –> weniger Löcher im Schiff
  • zahlreiche Schraubenlöcher und ein Belüftungsloch sollen ebenfalls zugeschweißt werden.
  • Die Genuaschienen und der Ankerkasten müssen befestigt werden. Dazu unten mehr!
  • Das vorhandene Motorseeventil muss ersetzt werden.
  • Der Motor muss überholt werden, die neue Welle inkl. Schraube muss eingebaut werden.

Das soll alles noch dieses Jahr passieren! Im Anschluss wird das Schiff innen gestrichen und außen werden die noch nicht gestrichenen Stellen fertig gestrichen sowie die Beschläge wieder angebaut.

Die Schweißarbeiten unter der Wasserlinie, das Schließen der Löcher und Anschweißen der U-Bügel übersteigt (noch) meine Schweißerfähigkeiten. Das wird wohl eine Werft machen, die ums Eck vom Hafen liegt.

Befestigung der Genuaschienen und des Ankerkastens

Hier habe ich mir lange Gedanken gemacht, wie ich mit der Problematik umgehe, wenn ich die durchgebolzten Schrauben mal nachziehen muss/möchte und auf der Innenseite Dämmung und Verkleidung angebracht sind.
Die erste Idee war die Löcher zuschweißen und eine Stahlschiene aufzuschweißen in die Sacklöcher mit Gewinde geschnitten werden. Dann wäre das Boot dicht. Allerdings müsste die Stahlschiene schon recht dick sein, damit die Schrauben entsprechend halten und die Last der Genua aufnehmen können.

Dann habe ich durch Zufall in einem Forum einen Beitrag über die Anbringung einer Travellerschiene auf einem Stahlboot gesehen und zum erstenmal von Blindnietmuttern gelesen.

Erkenntnisgewinn: Diese Blindnietmuttern könnten die Lösung für viele meiner offenen Probleme zur Befestigung sein!

Das Prinzip funktioniert wie bei normalen Poppnieten: Diese Nieten mit Gewinde werden durch ein Loch gesteckt und mit einem Werkzeug gestaucht. Da man nur von einer Seite Zugang haben muss, heißen sie „Blindnieten“. Es gibt sie offen und geschlossen, in allen gängigen Gewindegrößen und aus Stahl, Alu oder Nylon. Die Zugkräfte sind enorm und sollten die Genuaschiene locker halten (bis zu 17.000 N bei Gewinde M6!!!!). Das werde ich beim nächsten Mal testen. Wenn die Dinger so funktionieren, löst das kostengünstig mein Problem, denn dann kann die die Schrauben jederzeit anziehen und die Verkleidung auf der Innenseite kann bleiben wo sie ist.

 

So sah es vor dem Abbau aus….
DSCN1936

P8062991

ein paar Messungen
P8062994

Es ist eingerichtet!

Der Toilettenraum und die Pantry sind nun soweit fertig gestellt, dass es für eine Beurteilung der Nutzbarkeit reichen sollte. Außerdem habe ich einen Modell-Thron auf Basis der Abmessungen einer Jabsco-Toilette aus Resten gebaut, um die „Sitzbarkeit“ prüfen zu können.

Leider gab es in dem Gamma-Markt meines Vertrauens keine OSB-Platten in 12mm, so dass ich auf Spanplatte ausweichen musste. Nicht ganz schön, aber ausreichend.

Erkenntnisgewinn: Das wird eng mit der Toilette, sie muss verschiebbar sein um den Motor erreichen zu können und es ist in der Pantry Platz für eine 50-Liter-Kühlbox.

Pantry
DSCN1874
 DSCN1876
DSCN1895
DSCN1900
DSCN1894
DSCN1893

Toilettenraum
DSCN1877
DSCN1897
Das Musterklo 😉
DSCN1896

DSCN1892


DSCN1878
DSCN1881

DSCN1891Der potentielle neue Kleiderschrank…
DSCN1887
DSCN1888
DSCN1884

Die potentielle neue Navi-Ecke….
DSCN1886

DSCN1885

DSCN1883

Ein paar Impressionen von fertigen Probeausbau

DSCN1882

DSCN1889

DSCN1890

 

Als nächstes wird alles nochmal begutachtet, ausgemessen, Ventile festgelegt, alles wieder abgebaut, geschweißt, gesägt und gebohrt, von innen neu gestrichen, Anbauten wieder angebaut, gedämmt und dann final ausgebaut.

Quasi nur noch’n Klacks 😉

Das neue Sofa!

Ziel für das Fronleichnamswochenende war den „Salon“ fertig zu stellen. D.h. die Bänke, ein Halbschott zur Kombüse und die Trennwand zur Nasszelle.
Außerdem wollte ich ein paar Dinge ausprobieren, leider habe ich nicht alles geschafft, aber immerhin etwas 🙂

Also habe ich bei der Unterkonstruktion für die Backbordsalonbank eine Verbindung mit Zapfen hergestellt. Handgesägt und das sieht man auch… Aber das wird noch besser. Die Verbindung ist von der Seite verschraubt und sehr fest. Mit den Verkleidungsplatten ist die Bank sehr stabil geworden

DSCN1784Zapfen
DSCN1785
DSCN1787

Die Trennwand zur Nasszelle
DSCN1788
DSCN1789
DSCN1790
DSCN1792
DSCN1793

Experiment: Falz im Kantholz mit bündigem Abschluss!
DSCN1794
DSCN1795
Ich bin begeistert! Sieht super aus und eröffnet mir neue Möglichkeiten für Rahmen von z.B. Türen.

Erkenntnisgewinn: Die Oberfräse ist ein obergeniales Werkzeug!
Aaaaaber: Ich brauche einen Frästisch… Diesen werde ich mir irgendwie zusammenbauen. Den Bericht und das Ergebnis gibt es dann in einem Bericht hier.

Die fertige Backbordbank:
DSCN1805
DSCN1796
DSCN1797
DSCN1798

An Steuerbord soll ein Halbschott die Trennwand zur Kombüse sein.
Dazu muss ich zunächst ein Kantholz senkrecht verankern. Dazu schraube ich ein Stück OSB auf das abgelängte Kantholz und verschraube es an einem Spant an der Decke (ist ja nur zur Probe…). Im Boden habe ich Holzdübel verwendet, die ich mit dem Wolfcraft Meisterdübler und im Kantholz freihand gebohrt habe.
Ergebnis: Sitz, passt, wackelt und hat Luft!

Zur Befestigung des Halbschotts habe ich eine Nut bis zur Höhe von ca. 1m in das Kantholz gefräst und das Schott dort hinein geschoben. Verschraubt habe ich das ganze nicht, das wird beim endgültigen Ausbau gemacht. Oder verdübelt…
Als Abdeckung habe ich einpassen abgelängtes Kantholz mit einer Nut versehen und einfach aufgelegt (wird jetzt auch nicht verschraubt (Experiment 2: Nuten fräsen). Hatte ich schon erwähnt, dass ich einen Frästisch brauche…..

Vom Ergebnis war ich hellauf begeistert!!!!

 DSCN1800
DSCN1801
DSCN1802
DSCN1803
DSCN1804

Dann habe ich auch gleiche Weise wie backbord  die Steuerbordbank fertiggestellt:
DSCN1806
DSCN1808
DSCN1810

Hier noch ein paar Impressionen:

DSCN1812
DSCN1813
DSCN1814
DSCN1815
DSCN1816
DSCN1817
IMG_0469
IMG_0470
IMG_0471
IMG_0475

Am liebsten würde ich sofort lossegeln!

Leider konnte ich noch nicht die Rampa-Muffen und das Fastmount-System ausprobieren. Aber das mache ich beim nächsten Mal!

Dafür konnte ich mal wieder feststellen, dass die Oberfräse ein geniales Werkzeug für die Holzbearbeitung ist.

Tanzsaal

Der Probeausbau muss und soll ja nicht in allerletzter Genauigkeit erfolgen. Deswegen reicht hier die Stichsäge aus und dementsprechend schnell geht das Ganze. Der Boden ist drin. Allerdings muss ich meinen Plan einen durchgehenden geraden Boden durch das ganze Schiff zu verlegen aufgeben. Da die Spanten zum Bug hin höher laufen, müsste ich den Boden insgesamt soweit anheben, dass ich die Stehhöhe (für mich) verlieren würde (Erkenntnisgewinn).

Schönes Gefühl nach so langer Zeit mal wieder ohne Stolperfallen durch das Schiff zu gehen…

Jetzt sind 2 Tage Pause und ab Donnerstag geht es mit der Vorschiffskoje weiter!

IMG_0377

DSCN1728

DSCN1727

DSCN1730

Entscheidung!

Nach dem Abbau der Deckenverkleidung und dem Auffinden eines nicht so ganz einheitlichem Materialmix an Dämmmaterialien sowie immer neuer Granulatfundstellen haben wir eine Entscheidung getroffen:
Aus der ursprünglich geplantem Teilüberholung wird ein Komplettrefit!!!

Projektname: Leviathan 2.0!

Leviathan soll einen neuen Innenausbau, neue Elektrik sowie Elektronik, neue Wassertanks und einen Fäkalientank, eine neue Welle und einen neuen Prop, einen neuen Auspuff inkl. Krümmer, eine neue Stopfbuchse, neue Dämmung und eine neue Raumaufteilung bekommen! Soweit die grobe Übersicht 😉

Zeitziel Ende 2015! Vorab gesagt: Werden wir nicht schaffen! DSCN1400

Nacharbeiten…

Da wir aufgrund des Innenausbaus (den wir zumindest an den vorher geschraubten Scheiben entfernt haben) konnten wir die u.a. die Genuaschienen, ein Fenster und die Lukenrahmen vor dem Strahlen nicht entfernen. Nach Entfernen des Klebebandes, das wir zum Schutz der Teile aufgeklebt haben, sehen wir, dass der Übergang zwischen neuer und alter Lackierung nicht gut ist und entscheiden, diese Teile nachträglich abzubauen. Wir wollen ja sowieso etwas von der Verkleidung abbauen.

Erkenntnisgewinn: Vor dem Strahlen wirklich ALLES abbauen!

Danach werden die Flächen mit einer Peragoscheibe quasi „gestrahlt“ und mit dem gleichen Beschichtungs-/Farbsystem wie der Rest des Bootes zuerst geprimert und dann mit einer Zwischenschicht versiegelt.

Bei der Gelegenheit bauen wir die Tankstutzen für Wasser und Diesel auch gleich aus. Die Schläuche müssten eh gewechselt werden.

Die Bugrolle für den Anker entferne ich ebenfalls, da ich durch die Plastikrollen sonst nicht pinseln kann.

Und beim Krabbeln durch das Schiff, fällt mit auf, dass der Krümmer total am Ende ist und wir bei der letzten Fahrt echt Glück hatten….

IMG_1186

DSCN1326

DSCN1327

DSCN1328

DSCN1333

DSCN1336

DSCN1340

DSCN1341

Saubermachen!

Wir räumen die Leviathan erstmal aus und stellen mit Erschrecken fest, dass das Granulat sich seinen Weg in die entlegensten Ecken gesucht hat.

 

Erkenntnisgewinn: Das Abdichten war schon gut, aber nicht ausreichend! Luken, Fenster- und Schraubenöffnungen müssten von innen quasi versiegelt werden.

Dazu hat uns die Zeit vorher gefehlt. Mit dem Ergebnis, dass das Granulat auch hinter Verkleidungen und Dämmung gerieselt ist. Da wir ja nun wissen, dass es rostet, entschließen wir uns, die Verkleidungen abzunehmen und zu prüfen, wo es überall gelandet ist.

Winterschlaf

Leviathan ist nach dem Kleben der Fenster nun einigermaßen abgedichtet, um mit reichlich Luftentfeuchtern und einer (zu) großen Abdeckfolie zu überwintern.

Im Mai 2015 wird es weitergehen. In der Zwischenzeit bekommen wir einen Sohn und denken, dass wir mit einem Hallenplatz für 4 Wochen die Restarbeiten erledigen können….

IMG_0331

Leider hat eine Gurtklemme über den Winter den Lack etwas abgescheuert. Das werden wir ausbessern müssen.

IMG_0332

IMG_0333